Elternzeit & Mindset

Elternzeit nutzen: der beste Zeitpunkt für deinen Neustart

Linda mit Kamera lachend

Es gibt einen Satz, den Mamas in der Elternzeit oft hören, wenn sie von ihren Plänen erzählen: „Mach dir doch jetzt keinen Stress, genieß die Zeit mit dem Baby.“ Er ist lieb gemeint. Und er verfehlt den Punkt.

Denn für viele Frauen ist die Elternzeit beides zugleich: intensive Zeit mit dem Kind UND der erste Moment seit Jahren, in dem die große Berufsfrage überhaupt Platz hat. Wer die Elternzeit nutzen will, um etwas Eigenes aufzubauen, macht sich keinen Stress, sie nutzt ein Zeitfenster, das so günstig nicht wiederkommt. Warum das so ist, zeigen wir dir hier an fünf handfesten Gründen. Und an Lindas Geschichte, die genau in so einem Fenster begonnen hat.

Elternzeit nutzen heißt nicht: weniger Mama sein

Räumen wir zuerst das Missverständnis weg, das viele Frauen vom Anfangen abhält: Ein eigenes Projekt in der Elternzeit heißt nicht, dem Kind etwas wegzunehmen. Die zwei Übungsstunden pro Woche, mit denen ein Fotografie-Einstieg auskommt, liegen in Zeitfenstern, die ohnehin existieren: Mittagsschlaf, Abende, ein geblöckter Slot am Wochenende.

Was dazukommt, ist kein Zeitverlust, sondern ein Energie-Gewinn, von dem viele Mamas erst hinterher erzählen: etwas zu haben, das wächst und dir gehört, neben all dem, was du gerade für andere leistest. Nicht wenige sagen rückblickend, dass ihr Projekt sie durch die zähen Phasen der Babyzeit getragen hat, nicht umgekehrt.

Grund 1: Das Elterngeld ist dein Sicherheitsnetz

Der größte Feind jeder Gründung ist Existenzdruck: Wer vom ersten Monat an Miete aus dem neuen Business zahlen muss, trifft ängstliche Entscheidungen. Genau diesen Druck nimmt dir die Elternzeit ab, dein Elterngeld läuft, bei den meisten 12 bis 24 Monate, unabhängig davon, ob dein Portfolio schon steht.

Das bedeutet: Du kannst lernen und üben, ohne dass am Monatsende etwas fehlt. Kaum eine andere Lebensphase bietet diese Kombination aus laufendem Grundeinkommen und Gestaltungsfreiheit. Die Details, was bei Gewinn mit dem Elterngeld passiert und wann du was anmeldest, haben wir im Artikel Gewerbe anmelden in der Elternzeit aufgeschrieben.

Grund 2: Dein Arbeitsvertrag wartet auf dich, du musst nicht springen

Der zweite Baustein deiner Absicherung: Während der Elternzeit besteht dein altes Arbeitsverhältnis weiter, inklusive Kündigungsschutz. Du probierst deine Selbstständigkeit aus, während die Rückfahrkarte in der Tasche liegt. Und falls du am Ende der Elternzeit vor der Frage stehst, ob du sie einlöst: Unser ehrlicher Vergleich alter Job oder eigenes Business hilft beim Entscheiden.

Das verändert die Psychologie des Anfangens komplett. Aus „Alles auf eine Karte“ wird „Ich schaue, ob es trägt“. Trägt es, wunderbar, dann kündigst du, wenn DU so weit bist. Trägt es nicht oder merkst du, dass Fotografie dein Hobby bleiben soll, auch gut, dann gehst du zurück und hast trotzdem etwas gelernt, das bleibt. Ein Scheitern gibt es in diesem Setup schlicht nicht.

Grund 3: Der Perspektivwechsel, den es sonst nie gibt

Im normalen Berufsalltag stellt niemand die Systemfrage, dafür ist zwischen Deadline und Feierabend kein Platz. Die Elternzeit unterbricht dieses Laufband zum ersten Mal seit Jahren: Der Bürostuhl ist weg, die Routinen sind neu, und plötzlich ist da Raum für die Frage, ob der alte Job überhaupt noch passt.

Dazu kommt, was das Muttersein mit Prioritäten macht: Zeitsouveränität, Sinn und Nähe zum Kind wiegen auf einmal schwerer als der Dienstwagen. Viele spüren in dieser Phase zum ersten Mal deutlich, dass sie nicht zurück ins alte Leben wollen, und genau dieses klare Gefühl ist der beste Startpunkt für etwas Eigenes. Wie du herausfindest, ob Fotografie dieses Eigene sein könnte, liest du im Artikel Fotografin werden in der Elternzeit.

Grund 4: Deine Zielgruppe sitzt mit dir im Sandkasten

Falls dein Eigenes mit Familien zu tun hat, und Familienfotografie ist dafür das Paradebeispiel, liefert dir die Elternzeit nebenbei etwas, wofür Marketingabteilungen viel Geld zahlen: direkten Zugang zur Zielgruppe. Krabbelgruppe, Kita-Tür, Spielplatz, du verbringst deine Tage mit genau den Müttern, die in zwei Jahren deine Kundinnen sein könnten.

Das ist kein zynisches Netzwerken, es ist gelebtes Verständnis. Du weißt aus eigener Erfahrung, warum ein Shooting um 17 Uhr eine schlechte Idee ist, wie sich der erste Babybauch anfühlt und was Eltern an Fotos ihrer Kinder rührt. Diese Nähe kann keine Marktforschung ersetzen, und deine ersten Aufträge entstehen genau dort, wie unser Artikel über die erste zahlende Kundin zeigt.

Grund 5: Kleine Schritte sind hier systemkonform

In kaum einer Lebensphase ist es so akzeptiert, in Miniatur-Etappen zu arbeiten, wie mit einem Baby. Niemand erwartet von dir Vollgas, auch du selbst nicht. Genau das macht die Elternzeit zur idealen Lernphase: Zwei Stunden pro Woche sind hier kein kümmerlicher Kompromiss, sondern der offizielle Modus.

Und kleine Schritte summieren sich unerbittlich: Ein Jahr mit zwei Wochenstunden ergibt über hundert Übungsstunden, genug, um von null auf solide Kamera-Basis, erste Übungs-Shootings und ein kleines Portfolio zu kommen. Der passende Fahrplan dafür steht im 2-Stunden-Wochenplan.

Lindas Elternzeit: aus dem Fenster wurde eine Tür

2020, Elternzeit, eine gelernte Buchhalterin mit einer gebrauchten 400-€-Kamera von eBay: So unspektakulär beginnt die Geschichte, an deren heutigem Ende über 500 Familien-Shootings, mehr als 67 Fünf-Sterne-Bewertungen und ein Business stehen, das eine Familie mitträgt.

Was Linda rückblickend am wichtigsten findet: Sie hat nicht auf den perfekten Moment gewartet, sondern den vorhandenen genommen. Die Elternzeit war nicht bequem, sie war möglich. Und „möglich“ schlägt „perfekt“ jedes Mal, wenn es ums Anfangen geht.

Was, wenn deine Elternzeit schon fast vorbei ist?

Dann gilt: Das Prinzip hängt nicht am Etikett. Auch mit Teilzeitjob und Kita-Kind funktionieren Zeitfenster, kleine Etappen und das Umfeld-Prinzip, nur das finanzielle Polster ist dünner und der Aufbau dauert etwas länger. Die schlechteste Schlussfolgerung wäre, auf die nächste perfekte Phase zu warten. Es gibt keine. Es gibt nur Phasen mit verschiedenen Vorteilen, und den Entschluss, die aktuelle zu nutzen.

Was dein Umfeld sagen wird, und wie du damit umgehst

Rechne mit zwei Reaktionen, wenn du von deinem Plan erzählst. Die eine kennst du schon: „Genieß doch einfach die Elternzeit.“ Die andere klingt vernünftiger und ist tückischer: „Und das soll dann Geld bringen?“ Beide kommen selten aus Böswilligkeit, sie kommen von Menschen, die Sicherheit über Veränderung stellen. Das ist eine legitime Haltung. Es ist nur eben ihre, nicht deine.

Was hilft: nicht diskutieren, sondern machen. Du brauchst für zwei Übungsstunden pro Woche keine Familienkonferenz, du brauchst genau eine Person im Boot: die, mit der du die Kinderbetreuung teilst. Mit ihr verhandelst du das wöchentliche Zeitfenster, verbindlich und im Kalender. Erzähl vom großen Plan, wenn die ersten Bilder ihn erzählen, spätestens beim ersten bezahlten Shooting drehen die meisten Skeptiker von allein bei.

Dein erster Monat: vier kleine Schritte

Falls dieser Artikel bei dir etwas angestoßen hat, mach es konkret, so sieht ein realistischer erster Monat aus:

  • Woche 1, das Zeitfenster: Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin über einen festen Wochenslot. Trag ihn ein wie einen Arzttermin.
  • Woche 2, die Kamera-Entscheidung: Lies unsere Kamera-Empfehlung für Anfängerinnen und entscheide dich für ein gebrauchtes Modell zwischen 400 und 800 €. Eine Woche Bedenkzeit, dann bestellen.
  • Woche 3, das erste Lernthema: Blende verstehen und im A-Modus ausprobieren: 30 bewusste Bilder von deinem Kind am Fenster.
  • Woche 4, der Anker nach vorn: Setz dich auf die Warteliste fürs Kurs-Update und leg einen Ordner für dein wöchentlich bestes Bild an. Ab jetzt dokumentierst du Fortschritt.

Mehr ist es nicht. Kein Businessplan, keine Website, keine Gewerbeanmeldung, all das kommt später, in der richtigen Reihenfolge. Der erste Monat hat nur einen Job: aus einem Gedanken eine Gewohnheit zu machen.

Aus Elternzeit wird deine Zeit

Dieser Satz ist unser Leitspruch, weil er die Richtung beschreibt, um die es hier geht: Die Elternzeit ist nicht die Pause vor deinem alten Leben. Sie kann der Anfang deines neuen sein, in deinem Tempo, mit Sicherheitsnetz und mit einem Plan, der zu einem Leben mit Kind passt.

Wenn du diesen Weg mit Struktur gehen willst, ist unser 5-Monats-Businesskurs dafür gebaut: von den Kamera-Grundlagen bis zu deinen ersten Kundinnen, Live-Call jeden Sonntag um 10 Uhr, maximal 30 Teilnehmerinnen. Der nächste Durchgang startet am 28. Februar 2027, die Anmeldung läuft über die kostenlose Warteliste.

Kostenlos, jederzeit abmeldbar: 30 Sekunden zum Eintragen. Alle Details: zur Businesskurs-Seite.

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Du willst nicht nur lesen, sondern anfangen? Im 5-Monats-Businesskurs begleiten wir dich von den ersten Kamera-Einstellungen bis zu deinen ersten zahlenden Kundinnen. Start: 28. Februar 2027, die Anmeldung läuft über die kostenlose Warteliste.

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