Kundinnen gewinnen

Gefunden werden statt posten: Warum Google dir mehr Kundinnen bringt als Instagram

klaus auf der Dühne

Kennst du dieses Gefühl? Du hast drei Abende an einem Reel gebastelt, die perfekte Caption geschrieben, gepostet, und dann: 43 Aufrufe, zwei Likes, null Anfragen. Währenddessen erzählt dir der Algorithmus, du müsstest „einfach konstanter posten“.

Hier ist die Wahrheit, die dir kein Social-Media-Coach verkauft: Für lokale Fotografinnen ist Instagram nicht der wichtigste Kanal. Der wichtigste Kanal ist Google, und er belohnt nicht die, die am lautesten posten, sondern die, die auffindbar sind, wenn jemand sucht. In diesem Artikel bauen wir deine Google-Sichtbarkeit auf: ohne Fachchinesisch, ohne Werbebudget, mit einer halben Stunde pro Woche.

Der entscheidende Unterschied: Scrollen ist nicht Suchen

Auf Instagram unterbrichst du Menschen, die eigentlich etwas anderes wollten, sie scrollen zur Unterhaltung, und dein Beitrag konkurriert mit Urlaubsbildern und Katzenvideos. Selbst wenn dein Reel gefällt: Die wenigsten, die es sehen, wohnen in deiner Stadt, haben kleine Kinder UND suchen gerade eine Fotografin.

Bei Google ist es umgekehrt. Wer dort „Familienfotografin Münster“ oder „Babyfotos Aachen Kosten“ eintippt, hat ein konkretes Bedürfnis, wohnt in deiner Nähe, und ist oft nur noch einen Schritt von der Buchung entfernt. Das sind vielleicht nur ein paar Dutzend Menschen im Monat. Aber es sind genau die richtigen. Zehn suchende Familien bringen dir mehr Aufträge als tausend scrollende Fremde.

Dein stärkstes Werkzeug ist gratis: das Google-Unternehmensprofil

Wenn jemand „Fotografin + Stadt“ googelt, zeigt Google über den normalen Ergebnissen die Karte mit lokalen Anbietern, das sogenannte Local Pack. Dort landest du nicht über eine teure Website, sondern über das kostenlose Google-Unternehmensprofil (früher „Google My Business“). Für lokale Dienstleisterinnen ist es das mächtigste Marketing-Werkzeug überhaupt, und die meisten Fotografinnen pflegen es nicht. Deine Chance.

So richtest du es in einer Stunde ein:

  • Profil anlegen auf google.com/business, mit deinem Business-Namen, so wie er auch auf deiner Website steht. Keine Keyword-Spielereien wie „Anna Müller | Familienfotografin | Newborn | Cakesmash“, das mag Google nicht.
  • Kategorie: „Fotograf“ als Hauptkategorie, dazu passende Zusatzkategorien wie „Porträtstudio“. Ohne Ladengeschäft wählst du ein Einzugsgebiet statt einer besuchbaren Adresse, deine Privatadresse bleibt dann unsichtbar.
  • Leistungen eintragen: Familienshooting, Newborn-Shooting, Kita-Fotografie, jede Leistung mit zwei, drei Sätzen und Preisspanne. Genau diese Einträge tauchen bei passenden Suchen auf.
  • Bilder hochladen: 15 bis 20 deiner besten Arbeiten, dazu ein sympathisches Porträt von dir. Profile mit Bildern bekommen ein Vielfaches an Klicks, und du lädst ab jetzt jeden Monat zwei, drei neue hoch. Falls dein Portfolio noch dünn ist: die TFP-Methode füllt es.

Bewertungen: der Hebel, der über deine Platzierung entscheidet

Ob du im Local Pack oben oder auf Seite drei stehst, hängt maßgeblich von deinen Google-Bewertungen ab: Anzahl, Aktualität und wie du darauf antwortest. Und hier haben Anfängerinnen einen echten Vorteil: Deine ersten Familien sind meist begeisterte Familien.

Mach es dir zur Gewohnheit, nach jeder Galerie-Übergabe freundlich um eine Bewertung zu bitten, am besten mit Direktlink (dein Profil erzeugt dir einen). Der beste Moment ist die Begeisterungsphase direkt nach der Bilderübergabe; wie die abläuft, steht im Shooting-Fahrplan. Antworte auf jede Bewertung persönlich, auch das liest Google mit. Fünf ehrliche Bewertungen mit Text schlagen fünfzig gekaufte Sterne sowieso.

Deine Website: klein, aber richtig

Das Unternehmensprofil braucht ein Zuhause, auf das es verlinkt, deine Website. Die gute Nachricht: Für den Anfang reicht eine einzige richtig gemachte Seite. Sie braucht:

  • Stadt und Leistung im Seitentitel und in der Hauptüberschrift: „Familienfotografin in Osnabrück, natürliche Bilder statt steifer Posen“. Google kann nur zuordnen, was da steht.
  • 10–15 Portfolio-Bilder, verkleinert hochgeladen, damit die Seite auf dem Handy schnell lädt, langsame Seiten kosten Ranking und Anfragen.
  • Eine menschliche Über-mich-Sektion: Mamas buchen keine Dienstleister, sie buchen eine Person, der sie ihre Familie anvertrauen. Zeig dich.
  • Kontakt ohne Hürden: Formular oder WhatsApp-Link, Telefonnummer, fertig. Überall dieselben Kontaktdaten wie im Google-Profil: Konsistenz ist ein Ranking-Signal.

Später kannst du für jede Leistung eine eigene Unterseite bauen („Newborn-Shooting in Osnabrück“), das ist dann schon fortgeschrittenes Local SEO. Für den Start gilt: lieber eine kleine Seite, die stimmt, als eine große Baustelle.

Und was ist jetzt mit Instagram?

Instagram ist nicht tot, es hat nur einen anderen Job, als dir der Algorithmus einredet. Es ist dein Schaufenster, nicht deine Reichweiten-Maschine: Wenn eine Mama dich bei Google gefunden hat, schaut sie vor der Anfrage fast immer noch auf dein Profil, um zu sehen, wer du bist und ob deine Bilder ihr gefallen. Dafür muss dein Feed gepflegt aussehen, nicht täglich bespielt sein. Zwei Posts pro Woche reichen dafür völlig, wie das entspannt geht, liest du in Instagram für Fotografinnen.

Die Arbeitsteilung ist also: Google bringt dir die Anfragen, Instagram bestätigt die Entscheidung. Wer beide Kanäle so einsetzt, braucht keinen täglichen Content-Stress mehr.

Dein 30-Minuten-Wochenritual für Google

  • Zwei, drei neue Bilder ins Unternehmensprofil laden (aus dem letzten Shooting, mit Einwilligung der Familie).
  • Auf neue Bewertungen antworten, nach der letzten Galerie-Übergabe um eine bitten.
  • Einen kurzen Profil-Beitrag posten: Terminfenster, Mini-Einblick, saisonales Angebot.

Mehr ist es nicht. Local SEO ist kein Sprint, sondern ein Sparbuch: Die ersten Wochen passiert wenig, nach zwei, drei Monaten kommen die ersten „Ich habe Sie bei Google gefunden“-Anfragen, und ab dann arbeitet deine Sichtbarkeit rund um die Uhr für dich, während du beim Mittagsschlaf deines Kindes eben NICHT posten musst.

Gefunden werden ist planbar

Vielleicht ist das die beruhigendste Erkenntnis aus diesem Artikel: Kundinnen zu gewinnen hängt nicht davon ab, ob du „gut in Social Media“ bist. Es ist ein Handwerk mit klaren Schritten: Profil aufsetzen, Bewertungen sammeln, Website pflegen. , und jede kann es lernen. Im Businesskurs richten wir genau diese Sichtbarkeits-Maschine gemeinsam ein, Schritt für Schritt: fünf Monate, mit Live-Call jeden Sonntag um 10 Uhr. Nächster Start: 28. Februar 2027, 30 Plätze.

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